Sternenhimmel im Tana Delta – Sonnengruss in Watamu

Wer an Kenia denkt, hat meist die „Big Five“ vor Augen. Dass es aber weit mehr zu sehen gibt, als Elefant, Spitz- und Breitmaulnashorn, Büffel, Löwe und Leopard, durfte ich Ende Mai auf einer Reise in die Küstenregion Watamu und ins Tana River Delta, gemeinsam mit dem Kenya Tourismboard, erleben. Tierbegenungen der besonderen Art, sehr viel Erholung und Schlafen unter sternenklarem Himmel, Urlauberherz was willst Du mehr!
 

Tierbegenungen der besonderen Art, sehr viel Erholung und Schlafen unter sternenklarem Himmel, Urlauberherz was willst Du mehr!

Mit dem Dreamliner, aktuell einer der modernsten Flugzeugtypen, ging es mit Ethopian Airlines sehr bequem von Wien nach Addis Abeba, und nach kurzen Zwischenstopp weiter nach Mombasa. Die zweitgrößte Stadt Kenias und wichtigster Hafen Ostafrikas, ist eine Stadt mit viel Geschichte. Ein Zwischenstopp, so wie ich das tat, ist in jedem Fall eine Empfehlung und sollte eingeplant werden. Das erst kürzlich eröffnete Hotel English Point Marina, ein sehr feines Hotel in modernem Design und gleich gegenüber des Fort Jesus, lässt beim Blick auf die von den Protugiesen erbaute Festung nur erahnen, wie es hier im 16. Jhdt. nicht ausgehsehen, sondern auch zugegangen sein muss. Heute flaniert man hier über die Hafenpromenade, und genießt bei einem hervorragenden Essen den Blick auf die Bucht und aufs Fort. Das man allerdings nur per Bus - die Bucht muss umfahren werden - erreichbar ist. Eine Fähre zwischen dem English Point Marina und dem Fort ist aber geplant.
 

„It will be bumpy“

Nach einer erholsamen Nacht geht es in klassischen Safariautos weiter in Richtung Delta Dunes Camp, im Tana River Delta. Ich wusste nicht was mich erwartet, und was ich letztlich vorfand, übertraf all meine Vorstellung. Supercalifragilisticexplialigetisch würde es Mary Poppins bezeichnen, ich sage einfach nur megasupergeil, und auch das ist eigentlich untertrieben. Nach rund fünf Stunden Fahrtzeit und einem mittäglichen Zwischenstopp in Malindi, wo es mit Ugali mit Spinat, gegrilltem Hähnchen in würziger Sauce und ein paar Samosas ein tpyische keniatisches Mittagessen gab, näherte ich mich dem Paradies. Und da der Weg dorthin bekanntlich nie ein leichter ist, und uns der Fahrer mit einem schelmischen „Now it will be bumpy“ vorbereitet, ratterte ich das letzte Stück über Stock und Stein. Am Meetingpoint wurde ich von Richard Cocoran, dem Betreiber der Delta Dunes Lodge, bereits erwartet und dann sah ich sie auf den Dünen im Tana River Delta thronen: Die Delta Dunes Lodge, die bald unter dem Brand H12 in Österreich exklusiv vom Eigentümer Liberty Internatinal und Jedek Reisen angeboten und vermarktet werden. Hier am scheinbaren „Ende der Welt“, zeigt sich, welche Schönheiten das Land zu bieten hat und das es weit mehr als die berühmten Big Five und Safaris zu bieten hat. Obwohl auch das eine ziemlich coole Sache ist. Sandsegeln, Wildlife, Pool, hier ist alles vorhanden. Selbst produzierter Honig aufs morgendliche Gebäck oder doch ein selbstgemachtes Müsli, das man sogar exportiert, und auch ich habe etwas davon nach Hause mitgenommen. Apropos Essen, auch das ist in der Delta Dunes meisterlich. Fisch, Meeresfrüchte oder Tempura ließen mich unter einem fantastischen Sternenhimmel mit deutlich sichtbarer Milchstraße - weil keine Lichtverschmutzung - dahinschmelzen. Und so wundert es auch nicht, dass Stars wie Ron Wood bereits mehrmals in der Delta Dunes Lodge zu Gast waren. Mich schmerzt das Herz, als es nach zwei Nächten unter freiem Himmel weiter Richtung Watamu ging, wo man es dann „Welcome to Medina Palms“ hieß. Ein Villenkomplex, der von seinen Besitzern während ihrer Abwesenheit vermietet wird und mit Infinitypool, Spa, zahlreichen Wassersportarten und einem Restaurant über alle Urlaubs-Feinheiten verfügt. So kann man beispielsweise hier in seinen „eigenen“ vier Urlaubswänden kochen und auf der eigenen Terrasse speisen. Lohnenswert, nein eigentlich ein Muss, ist ein Besuch der nahe gelegenen Ruinen von Gede. Es ist ein mystischer Ort mit einer ganz speziellen Aura, die mich auch gleich in ihren Bann gezogen zieht. Und auch ich begann zu rätseln, warum diese Stadt dereinst von jetzt auf gleich verlassen wurde. Eine schlüssige Erklärung dafür gibt es nicht, und auch die heutigen Bewohner, unzählige Meerkatzen, zuckten bei meinem Besuch mit ihren Schultern.
 

Das Watamu Tree House, das, hoch in den Bäumen gebaut, mit der Fokussierung auf Healthy Eating und Yoga geht einen völlig konträren touristischen Weg.

Sonnengruss über den Baumkronen

Nach nur einer Nacht im Medina Palms ging es ins Watamu Tree House, das, hoch in den Bäumen gebaut, mit der Fokussierung auf Healthy Eating und Yoga einen völlig konträren touristischen Weg geht. Es gibt keine Softdrinks und keinen Alkohol, und keine lauten und großen „Hotelnachbarn“. Hier trinkt man Tee, Kaffee und frisch gepresste Säfte und auch die Snacks kommen aus der eigenen Produktion. Man setzt stark auf Ingwer und gesunde Öle wie Leinöl usw. Und man weiß hier ganz genau, was gemeint ist, wenn man sagt: I‘m vegetarian. Dieses Wortspiel wurde nämlich auf dieser unvergesslichen Reise zum Running Gag, denn die Vegetarier in unserer Gruppe erhielten auf diese stets die Antwort: „Do you eat Chicken?“ Im Watamu Tree House, wo der blitzblaue Indische Ozean vor der „Hoteltüre“ liegt, war dies nicht der Fall. All jenen, denen eine Nacht im „Baumhaus“ zu luftig oder zu „hoch oben“, können in Watamu private Villen inkl. Zimmerservice, Koch usw., mieten. Ich sah auf Reise die etwas andere, die ruhigere und ursprügliche Seite eines tollen Landes, und nein, es muss - die Big Five mögen es mir verzeihen - nicht immer Safari sein. #WhyILoveKenya? Ich habe diese Frage hoffentlich beantwortet.
 

Wichtige Links:

Hotel English Point Marina
Delta Dunes Lodge
Medina Palms
Watamu Treehouse
Ethopian Airlines

Eindrücke dieser Reise findest Du in der Gallerie bzw. auf Instagram under #chaluk sowie #travelbruno!

Post von Chaluk